Wirkmechanismen auditiver Stimulation

Die meisten Menschen haben eine natürliche Verbindung zur Musik. Das Erste, was wir in unserem Leben wahrnehmen, ist der Herzschlag der Mutter. Jede Zelle unseres Körpers ist in ständiger Bewegung, sie swingen” regelrecht. Auch bei schwerhörigen Menschen wirken die Schallwellen auf den Körper und sorgen für ein „Mitschwingen“.

Die Wirkung der SANOSON Audiotherapie beruht auf speziellen Musikprogrammen, die auf der Grundlage über zenhjähriger Forschung  entwickelt wurden. Diese Musikprogramme werden ausschliesslich im Rahmen der SANOSON Audiotherapie verwendet, denn Musik eignet sich für den therapeutsichen Einsatz am besten, wenn sie zum ersten Mal gehört wird, weil sie sozussagen wertfrei und unbelastet ist. Bei bereits bekannter Musik schwingen immer Assoziationen mit, die sich auch negativ auf die Psyche auswirken können.

Entwickelt wurde das Konzept an der Paracelsus-Universität Salzburg im Forschungsprogramm  MusikMedizin. Die speziell komponierten Musikstücke sind ein Mix aus Stimme, Naturgeräuschen und Streichorchester. Sie werden bei der Aufnahme mit „echten” Musikinstrumenten live eingespielt, denn nur echte, akustische Instrumente verfügen über natürliche Klangeigenschaften und damit den Frequenzumfang, die notwendig sind, um bestimmte Wirkungen gezielt auszulösen. Die Musik wird außerdem in einem besonderen Format auf einem speziell programmierten Abspielgerät angewandt, damit sie in ihrer gesamten Frequenzdichte mit intensiven Klanghöhen und Tiefen übertragen werden kann. 

Um zuverlässig wie ein „Medikament” diagnosespezifisch zu wirken, muss die eingesetzte Musik in ihrer inneren Struktur, d. h. bezogen auf ihre Eigenschaften wie z.B. Rhythmus, Tempo, Dynamik, Verlauf und Tonfolgedichte, den Körperrhythmen entsprechen, die an der Entstehung der Krankheits bzw. Gesundheitsstörung beteiligt sind. Ein therapeutisch wirksames Musikprogramm muss für die jeweilige Diagnose speziell komponiert und auch wie ein Medikament regelmäßig „eingenommen“ werden.

Die Musikwirkungsforschung beschäftigt sich auf vielen Ebenen mit den Reaktionen des Menschen auf Musik und versucht diese umfassend zu erklären. Aus der Grundlagenforschung wissen wir, welche Faktoren in der Musik auf welche körperlichen Vorgänge Einfluss nehmen. Es wurde nachgewiesen, dass sich physiologische Vorgänge unter der Einwirkung von Musik verändern und es zu einer Synchronisation (Angleichung) von Mensch und Musik kommen kann.

Diese Erkenntnisse wurden genutzt, um zu erforschen, wie Musik hinsichtlich einzelner Charakteristika beschaffen sein muss, um bestimmte physiologische Vorgänge gezielt und langanhaltend zu beeinflussen. Unser Ziel dabei ist, dem Körper mit Musik eine „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu bieten. Die Heilung setzt bei den Symptomursachen an, d. h. den aus ihrer natürlichen Ordnung geratenen Selbstregulationsprozessen des Körpers. Zahlreiche internationale Forschungsergebnisse belegen, dass Störungen körperlicher Regulationsvorgänge wirksam durch Musik beeinflusst werden können.

 

Regulationsvorgänge:

Das autonome Nervensystem regelt die lebenswichtigen Funktionen des Körpers. Es ist nicht oder kaum willkürlich kontrollierbar. Es besteht aus den Komponenten Sympathikus, Parasympathikus sowie dem Darmnervensystem. Der Sympathikus reguliert das Herz-Kreislaufsystem einschließlich Organtätigkeit und bewirkt Leistungssteigerung, erhöht u.a. Puls und Blutdruck und ist auch Ausdruck bzw. ein Maß für Stress. Der Parasympathikus dagegen wird auch als „Ruhenerv“ bezeichnet. Er sorgt für Ruhe, Erholung, Schonung und den Aufbau körpereigener Reserven. Er reduziert Puls und Blutdruck und wird stark von der Atmung beeinflusst. Sympathikus und Parasympathikus wechseln sich in ihrer Aktivität ab. Dieser Wechsel unterliegt natürlichen Schwankungen. Ein gesunder Organismus kann flexibel regulieren, wann und wie lange er aktiviert bzw. deaktiviert ist – er optimiert sich je nach Anforderungen selbst. Diese Selbstregulationsfähigkeit ist die Grundlage aller Lebensprozesse. Sie ist wichtig, damit sich der Organismus auf wechselnde Situationen und Anforderungen einstellen und auch Belastungen ausgleichen kann. Wenn aber seine Fähigkeiten zur Selbstregulation nicht mehr ausreichen, werden wir krank. Das Prinzip unserer „musikalischen Medizin” beruht auf der Wiederherstellung der verlorenen körpereigenen Regulationsfähigkeit.  Das autonome Nervensystem lässt sich mit speziell komponierter Musik nachhaltig positiv beeinflussen. Dabei kommt je nach Bedarf sowohl Musik zum Einsatz, die den Sympathikus unterstützt (eher aktivierende Musik), als auch Musik, die den Parasympathikus unterstützt (eher deaktivierende Musik). Um eine optimale Wirkung der Musik zu erzielen, muss sie jedoch zeitgerecht nach bestimmten chronobiologischen Kriterien eingesetzt werden.

Die Chronobiologie versteht einen Organismus als die Komposition von Rhythmen. Das heißt, unsere Lebensprozesse weisen zeitliche Strukturen auf, die sich rhythmisch wiederholen, mit ganz unterschiedlichen Frequenzen – von Sekunden bis hin zu Monaten und Jahren. Ein Beispiel ist der Wechsel unserer Wachphase mit der Schlafphase. Jeder Mensch hat einen eigenen Rhythmus im Verlauf eines Tages. Daher müssen für jeden einzelnen Patienten der persönliche chronobiologische Tagesrhythmus erfasst und die idealen Zeitpunkte, an denen er seine Therapie hört, ermittelt werden.

Die „klingende Arznei“ stimuliert Gehör und Gehirn und führt zur Ausschüttung von „Glückshormonen”. Das sind Stoffe im Gehirn, die unsere Stimmung aufhellen, das Wohlbefinden steigern, Stress reduzieren und auch als „körpereigene Opiate” Schmerzen lindern. Beispiele sind Dopamin und Oxytocin. Dopamin ist ein Botenstoff, der unter anderem das Glücksgefühl verstärkt. Oxytocin ist das „Beziehungshormon”, also das Hormon, das für die Vertrauensbildung sorgt und so Einfluss auf unser zwischenmenschliches Verhalten hat. Außerdem rufen die intensiven Klänge den „Stimmungsmacher“ Serotonin auf den Plan und bremsen gleichzeitig das Stresshormon Cortisol, das auch das Herz belastet.

Messungen der Hormonkonzentration im Speichel oder Blut machen deutlich, wie der Organismus auf die „Beschallung“ reagiert. Ähnlich eindeutige Ergebnisse erbringt die Beobachtung von Körperfunktionen, die durch das autonome Nervensystem gesteuert werden –elektrischer Hautwiderstand, Muskelaktivität, Hauttemperatur, Atem- und Herzfrequenz. Eine wichtige Wirkung ist die Steigerung der Herzfrequenzvariabilität, die eine Folge der Stärkung des Zusammenspiels der sympathischen und parasympathischen Aktivität ist. Eine hohe Herzfrequenzvariabilität ist ein Zeichen von Gesundheit – je höher sie ist, desto besser kann der Organismus sich selbst regulieren, denn das Herz ist dann in der Lage, seine Schlagfrequenz ganz flexibel den Erfordernissen anzupassen. Die Wirkung einer durchschnittlich vierwöchigen Therapie zeigt sich hierbei besonders deutlich nach dem Ablauf von mehreren Wochen nach dem Therapieende. Die ausgesprochen positive Wirkung der speziellen Musikprogramme von SANOSON auf die Herzratenvariabilität wurde 2007 nachgewiesen und 2009 von der Amerikanischen Psychosomatischen Gesellschaft ausgezeichnet.

 

 

 

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