Herzratenvariabilität

Herzratenvariabilität

Die Fähigkeit des Herzens, seine Schlagfrequenz wechselnden Situationen anzupassen, nennt man Herzratenvariabilität (HRV) oder auch Herzfrequenzvariabilität. Die HRV ist also ein Maß dafür, wie flexibel der Herzrhythmus ist, wie gut das Herz in der Lage ist, seine Schlagfrequenz bei Anstrengung zu erhöhen und auch in Ruhesituationen zu verlangsamen.

Je höher also die HRV ist, desto flexibler kann sich der Herzschlag den Erfordernissen anpassen –desto besser ist der Organismus in der Lage, sich mit bestimmten Situationen zu synchronisieren und Belastungen auszugleichen. Je geringer die HRV, desto starrer und gleichförmiger ist die Herzfrequenz, und desto weniger anpassungsfähig ist das Herz.

Kurz: je höher die HRV, desto gesünder ist der Organismus. Ziel ist also, eine möglichst hohe HRV zu erhalten oder wieder herzustellen!

Mehr Informationen zur HRV: "Was steckt hinter der HRV"? (pdf download); "Die Variabilität des Herzrhythmus“ (pdf download)

 

Forschungsergebnisse

Dass die im Forschungsprogramm MusikMedizin entwickelte Musik ganz klar die HRV steigert, wurde 2008 in einer wissenschaftlichen Studie mit Patienten mit chronischem Bluthochdruck nachgewiesen. Diese Studie wurde im Rahmen des Forschungsprogramms MusikMedizin unter Leitung von Vera Brandes und in Zusammenarbeit mit der Ohio State University und dem Mannheimer Institut für Public Health durchgeführt und erhielt von der American Psychosomatic Society eine Auszeichnung.

Bluthochdruck geht einher mit zu niedriger HRV. (Burnout/ Depression stehen damit in engem Zusammenhang.)

Studienteilnehmer waren Personen mit chronifizierter essentieller Hypertonie (d.h. Patienten mit chronischem Bluthochdruck, der keiner physischen Ursache zugeschrieben werden kann, sondern wahrscheinlich psychosomatisch bedingt ist). Bluthochdruck geht einher mit zu niedriger HRV, und Burnout und auch Depression stehen damit in engem Zusammenhang.

Zur Behandlung hörten die Betroffenen 4 Wochen lang von montags bis freitags täglich ein ca. 30-minütiges Musikprogramm, welches speziell zu diesem Zweck im Forschungsprogramm entwickelt wurde.

Die Ergebnisse:

Nachdem die Teilnehmer 4 Wochen lang das Musiktherapieprogramm gehört hatten, zeigte sich bereits eine signifikante Steigerung der HRV.

In den 4 Wochen nach Ende der Hörphase zeigte sich ein weiterer massiver Anstieg der HRV. Diese Steigerung entspricht dem Faktor, um den die HRV bei einem gesunden Menschen naturgemäß innerhalb von 10 Jahren sinkt! Dieser Steigerungseffekt innerhalb der 4 Wochen ist vergleichbar mit einem Effekt, für den sonst 6 Monate intensives körperliches Training nötig sind!

Dass der Effekt nicht sofort während der ersten 4 Wochen auftrat, sondern verzögert,  ist ein mit sportlichen Trainingseffekten vergleichbares Phänomen: der Organismus braucht für einen Zugewinn an Leistungsfähigkeit erst eine Trainingspause. Die Musikprogramme entfalten analog ihre Wirkung auch noch weiter, nachdem die Hörphase beendet ist!

 

HRV DiagrammDieses Diagramm zeigt die Veränderung der HRV der Probanden von Baseline (vor der Therapie) über Follow Up 1 (4 Wochen nach Baseline) bis Follow Up 2 (8 Wochen nach Baseline) Grüne Kurve: Treatment A – diese Gruppe hörte das Musiktherapieprogramm planmäßig in den ersten vier Wochen (zwischen Baseline und Follow Up 1). Rote Kurve: Treatment B – diese Gruppe war die Wartelisten-Kontrollgruppe; sie hörte in den ersten 4 Wochen  keine Musik und dann das gleiche Musiktherapieprogramm wie A planmäßig in den vier Wochen zwischen Follow Up 1 bis Follow Up 2. Blaue Kurve: diese Gruppe war die Referenzgruppe; keine Bluthochdruck-Patienten, sondern Patienten mit Herzrhythmusstörungen, welche zwischen Baseline und Follow Up 2  ein anderes Musikprogramm hörte, (auch 5x pro Woche je 30 Minuten)

 

3 logos

Brandes, V. M., Fischer, J. E. & Thayer, J. F. 2008. The Effect of Receptive Music Therapy on Heart Rate Variability in Hypertensive Patients. Psychosom Med, 70(3):A-18-19

 

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